Hermann Hesse: Glück

Was ist Glück? Dem Sinn dieses Wortes, das er auch für seinen Klang liebte, hat Hermann Hesse zeitlebens nachgespürt. Was er selbst als beglückend empfand, war selten materieller Natur – tiefste Quelle des Glücks waren ihm die Eindrücke, die wir der Empfänglichkeit unserer Sinnesorgane verdanken, der Fähigkeit, uns zu verlieben und hinzugeben, dem Erlebnis des Einklangs der Innen- mit der Außenwelt.

Zugegeben, ich habe dieses Buch nicht komplett gelesen, insgesamt vielleicht die Hälfte, immer mal hier und da ein bisschen. Ich denke, ich muss vielleicht noch älter werden, um dies alles besser verstehen zu können. Dennoch ist es wieder einmal ein Genuss gewesen, ein paar Worte Hesses lesen und fühlen zu können.
Die einzelnen Texte sind ganz unterschiedlich, mal Gedanken über ein Thema, mal ein kurzes Erlebnis, mal ein Gedicht; diese Vielfalt spiegelt auch die Vielfalt des Glücks wieder. Besonders gefallen hat mir "Über das Wort 'Brot'", dort schreibt er mir aus dem Herzen.
"Was unseren Sprachen in den letzten zwei Jahrhunderten an neuen Vokabeln zugewachsen ist, ist an Zahl ganz ungeheuer und staunenswert. [...] Es sind komplizierte, lange und anspruchsvolle Vokabeln, aber sie haben alle den selben Fehler, es mangelt ihnen eine Dimension, sie bezeichnen zwar, aber sie beschwören nicht [...]."
Und doch mag ich seine großen Erzählungen lieber, Das Glasperlenspiel wird vielleicht für immer unerreicht bleiben.

19.1.10 21:37


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Paulo Coelho: Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte

Pilar, die Erzählerin des Romans Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte, hat über die Jahre zu ihrem Jugendfreund nur losen Kontakt. Um so überraschter ist sie, als sie von ihm eine Einladung zu einem seiner Vorträge erhält. Gespannt macht sie sich auf die Reise.
Während der kommenden Woche erwartet sie eine intensive Zeit. Einerseits lebt ihre alte Liebe wieder auf, zum anderen weiß sie, daß ihr Freund an seinem Priesterseminar bleiben will und sich ganz seinem Glauben widmen möchte.


Ein sehr wahres Buch über die Liebe und über alles, was sich dabei in und zwischen Menschen abspielt. Es bringt einen zum Nachdenken; man möchte am liebsten jeden einzelnen Satz behalten und in seinem Herzen tragen. Coelho beweist hier einmal wieder sein Einfühlungsvermögen. Hat mir sehr gefallen.

16.1.10 13:23


Thomas Mann: Buddenbrooks

Der Untertitel des Romans - "Verfall einer Familie" - bezeichnet den wesentlichen Handlungsverlauf der vier Generationen umfassenden Geschichte der Lübecker Patrizierfamilie, die Thomas Mann in Anlehnung an seinen eigenen familiären Hintergrund fiktiv ausgestaltet hat. Obwohl der ethisch fundierte Kapitalismus der Buddenbrooks im Verlauf des Romans der neureichen, ökonomisch überlegenen Konkurrenz der Familie Hagenström weichen muss, liegen Untergang und Scheitern der Buddenbrooks nicht in ökonomischen Sachverhalten begründet. Trotz verschiedener wirtschaftlicher Fehlspekulationen und dem auch finanziell nachteiligen Scheitern mehrerer Ehen der Familienmitglieder ist die Hauptursache für den Verfall ein kontinuierlicher Prozess der Degeneration, der im sukzessiven Verlust von Vitalität, einer Verfeinerung der Nerven, zunehmender Reflexivität und wachsender künstlerischer Neigung seine Ausdrucksformen findet.

Oh, ich liebe dieses Buch! Sooo lebendig geschrieben, ich mochte es trotz über 700 Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen. Diese Familiengeschichte aus dem Norden, die so realitätsnah aus der Vergangenheit berichtet, hat mich absolut verzaubert. Lieblingsbuch³!!

22.1.06 23:04


Paulo Coelho: Der fünfte Berg

Der fünfte BergDer Roman versetzt uns zurück ins Jahr 870 v. Chr.: Auf Wunsch seiner Gemahlin, der Heidenprinzessin Isebel, befiehlt König Ahab von Israel, den Kult des Herrn durch den der Götzen des Libanon zu ersetzen. Gott missfällt dies, und er lässt durch den 23jährigen Elia eine Dürreperiode prophezeien. Elia wird daraufhin von den Soldaten des Königs verfolgt und flieht nach Phönizien. Die Phönizier begegnen ihm mit Misstrauen und machen ihn zum Sündenbock für alles Unheil, das über sie hereinbricht: Vor den Toren der Stadt stehen assyrische Truppen, in der Stadt verschanzen sich die Belagerten hinter Aberglauben und untauglichen Traditionen. Elia kämpft ums Überleben, für sich, für seinen Glauben, für seine Liebe, für seine neue Heimat. Aus diesem Kampf wird immer mehr ein Ringen um seine Selbstbestimmung, ein Ringen mit seinem Gott.

Paulo Coelho erzählt hier die Geschichte des Propheten Elia. Nicht, wie sie in der Bibel steht, sondern auf seine ganze eigene Weise. Die Geschichte eines Flüchtlings, eines Menschen auf der Suche nach sich selbst und seiner Bestimmung. Sehr, sehr schön. :]

26.12.05 17:27


Paulo Coelho: Der Dämon und Fräulein Prym

Der Dämon und Fräulein Prym Bis zum Eintreffen des Fremden war Bescos ein gottverlassenes Nest mit 281 Einwohnern, null Kindern, drei Straßen und ein paar verfallenen Häusern. Das Leben friedlich bis eintönig, das langsame Ausbluten des Dorfes unausweichlich, denn die jungen Leute zieht es in die Stadt. Nur die hübsche Kellnerin Chantal Prym lebt noch in Bescos, ist aber fest entschlossen, das Kaff mit dem erstbesten Mann zu verlassen, der sie mitnimmt. Ist der Fremde endlich der Ersehnte?
Nein, der geheimnisvolle Mann mit dem merkwürdigen Schatten an seiner Seite hat ein ganz anderes unmoralisches Angebot im Gepäck: Elf Goldbarren will er den Dörflern schenken, wenn einer von ihnen innerhalb von sieben Tagen gegen das Gebot "Du sollst nicht töten" sündigt. Unermesslicher Reichtum gegen Mord - geht die grausige Rechnung des Dämons auf? Zum ersten Mal versteckt sich Chantal nicht vor den Herausforderungen des Lebens, sondern ist bereit, für ihr Glück zu kämpfen.


Coelho schreibt immer so einfach, dass man sofort versteht, was gemeint ist - und dennoch oder gerade deswegen sind seine Bücher so unglaublich wertvoll. Es steckt so viel Lebensweisheit, so viel Gedankengut darin. Manches kommt einem sehr bekannt und alltäglich vor und doch fängt man auf einmal wieder an, darüber nachzudenken, sich seines eigenen Lebens bewusst zu werden.
So auch in diesem Buch: Der ewige Kampf des Guten gegen das Böse mit authentischen Charakteren in interessanter Umgebung. Ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen; hat mir sehr gefallen.

11.12.05 15:37


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Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Heinrich Heine

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