Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel

Toru Okada ist unzufrieden mit sich und der Welt. Er fühlt sich wie ein Spielzeugvogel, der von wer weiß wem aufgezogen wird. Der 30jährige gibt seinen Job in einer Tokioter Anwaltskanzlei auf, um sich in Ruhe über einen Neuanfang klar zu werden. Nach seinem Ausstieg aus der Alltagswelt tun sich diesem "Mister Aufziehvogel" plötzlich Wirklichkeiten auf, von denen er bisher nichts ahnte: erotische, ökonomische und politische. Selbst über seine eigene Ehe drängen sich dem Helden Schwindel erregende Vermutungen auf. Er erkennt, dass unter dem Alltagsleben der Großstadtgesellschaft andere, geheime Kräfte wirken.

Zuerst muss ich sagen, dass ich das Buch nicht vollkommen verstanden habe; am Schluss wurde alles ein wenig verwirrend. Doch trotzdem war es einfach so gut! Ich habe lange kein wirklich gutes Buch mehr gelesen, dies ist auf jeden Fall eins. Wie Murakami Reales, Irreales, Vergangenheit, Gegenwart in dieser Geschichte vereint, ist einfach perfekt, man kann sich alles lebhaft vorstellen, sich in die Person(en) hineinfühlen...
In Murakamis Büchern kann man sich wie in wunderbaren Träumen verlieren, schreibt der Spiegel - wie recht er doch hat...
9.8.05 19:34


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Milan Kundera: Die Langsamkeit

Ein französisches Landschloss, eines jeder Relais-Châteaux, wo man glaubt, der Gegenwart noch für eine Weile entkommen zu können. Der Schriftsteller und seine Frau haben sich entschlossen, dort eine Nacht zu verbringen. Eine turbulente Nacht, denn durch das Schloss geistern merkwürdige Figuren: Ein junger Chevalier aus einer französischen Rokoko-Novelle, der zum Verführer und Opfer der in allen Listen der Liebe erfahrenen Madame de T. wird. Ein tschechischer Fliegenforscher, der seit 1968 auf dem bau gearbeitet hat und den bei seiner Rückkehr in die Welt der Wissenschaft die Rührung übermannt. Ein prominenter französischer Intellektueller, dem jedes Mittel zur Selbstinszenierung recht ist, und eine TV-Reporterin, die ihn mit ihrer unerwiderten Liebe verfolgt. Vincent, ein unschuldiger junger Mann, der diesem Medienclown vergeblich Paroli zu bieten versucht und sich statt dessen in die Arme einer jungen Stenotypistin flüchten will, wo er gewiss auch Aufnahme gefunden hätte, wenn – ja, wenn er nicht zuvor auf die Idee verfallen wäre, sie zum Nacktbaden im hoteleigenen Swimmingpool zu überreden. Dort kulminiert das lächerliche Spiel der Verliebten, ihrer Maskeraden und Verstellungen, in einer Szene von grotesker Komik.

Milan Kundera ist und bleibt einfach ein Künstler. Man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so leicht und bezaubernd ist es geschrieben. Wie die einzelnen Geschichten sich umeinanderwinden, Gegenwart und Vergangenheit… Gefällt mir sehr, sehr gut. :]
22.8.05 19:46


Paulo Coelho: Veronika beschließt zu sterben

Die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert.

Woah, Paulo Coelho… <3 So ein wunderbar lebensbejahendes Buch! Es ist so berührend, wie diese junge Frau auf einmal anfängt, zu leben und zu lieben. So durch und durch positiv! Ich liebe dieses Buch! :]
27.8.05 15:09


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Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Heinrich Heine

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