Erwin Koch: Sara tanzt

Der Cellist Frits, Mitläufer einer brutalen Diktatur, erzählt in der Untersuchungshaft die unfassbare Geschichte seiner Liebe.
Sara Broffe, Deckname Sumatra, übernahm kleinere Aufträge für den Widerstand gegen eine marode Militärjunta. Als sie Anfang der 80er Jahre verhaftet wird, weiß sie nicht viel zu erzählen. Um den Forderungen ihrer Häscher zu genügen, erfindet sie die Übergabe geheimer Dokumente oder konspirative Treffen mit Agenten. Und sie summt Lieder, um die Einsamkeit auszuhalten. Frits, der den Auftrag erhält, die Tonfolgen auf verborgene Botschaften hin zu untersuchen, verfällt Saras Schönheit und ihrer berührenden Menschlichkeit. Zwei Leidenschaften bestimmen seither sein Leben: seine Musik und der riskante Versuch, Sara zu befreien. Mit suggestiver Sprachkraft erzählt Erwin Koch von einer ungewöhnlichen Liebe unter widrigen Umständen.


Wer nun ein Buch erwartet, das straight durch die Handlung führt, wird wohl enttäuscht werden. Alle anderen aber werden wie verzaubert sein. Oft springt Erwin Koch innerhalb eines Absatzes, sogar innerhalb eines Satzes, zwischen Zeiten, Handlungen, Personen hin und her. Eine Geschichte, die so einfach und klar ist, und bei der doch so viel verborgen bleibt. Man könnte "zwischen den Zeilen lesen", das muss man aber gar nicht. Es ist unglaublich, welche Magie von diesen Worten, Sätzen, Absätzen ausgeht. Eine unglaubliche Spannung zieht sich durch das ganze Buch. Immer irgendwo zwischen Polit-Thriller (?) und Liebesgeschichte.
Es hat mir unheimlich gut gefallen, absolut empfehlenswert!
21.4.05 13:29
 


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Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

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