Milan Kundera: Die Langsamkeit

Ein französisches Landschloss, eines jeder Relais-Châteaux, wo man glaubt, der Gegenwart noch für eine Weile entkommen zu können. Der Schriftsteller und seine Frau haben sich entschlossen, dort eine Nacht zu verbringen. Eine turbulente Nacht, denn durch das Schloss geistern merkwürdige Figuren: Ein junger Chevalier aus einer französischen Rokoko-Novelle, der zum Verführer und Opfer der in allen Listen der Liebe erfahrenen Madame de T. wird. Ein tschechischer Fliegenforscher, der seit 1968 auf dem bau gearbeitet hat und den bei seiner Rückkehr in die Welt der Wissenschaft die Rührung übermannt. Ein prominenter französischer Intellektueller, dem jedes Mittel zur Selbstinszenierung recht ist, und eine TV-Reporterin, die ihn mit ihrer unerwiderten Liebe verfolgt. Vincent, ein unschuldiger junger Mann, der diesem Medienclown vergeblich Paroli zu bieten versucht und sich statt dessen in die Arme einer jungen Stenotypistin flüchten will, wo er gewiss auch Aufnahme gefunden hätte, wenn – ja, wenn er nicht zuvor auf die Idee verfallen wäre, sie zum Nacktbaden im hoteleigenen Swimmingpool zu überreden. Dort kulminiert das lächerliche Spiel der Verliebten, ihrer Maskeraden und Verstellungen, in einer Szene von grotesker Komik.

Milan Kundera ist und bleibt einfach ein Künstler. Man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so leicht und bezaubernd ist es geschrieben. Wie die einzelnen Geschichten sich umeinanderwinden, Gegenwart und Vergangenheit… Gefällt mir sehr, sehr gut. :]
22.8.05 19:46
 


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