Luise Rinser: Geh fort wenn du kannst

1943-1946. Partisanenkämpfe in Italien. Die in der ersten Person Erzählende macht gemeinsame Sache mit Angelina, Tochter aus großem Hause. dem widerstand angehörig, dem Kommunismus zugeneigt. Nach Kämpfen in den Bergen auf der Flucht getrennt, treffen die beiden Mädchen sich in einem verlassenen Kloster wieder. Sie versuchen, es instand zu setzen. Die Nonnen kehren zurück. Angelina, innerlich gewandelt und gefestigt, und die Freundin entschließen sich, Novizinnen zu werden. Sie entsagen. Angelina nimmt Abschied vom immer noch Geliebten. Zwang und Freiheit heben sich in einer höheren Bedeutung auf: Geh fort wenn du kannst. Der Klosterspruch bewahrheitet sich als Gesetz. Die Novelle und ihr Sinn greifen über die Konfession, von der sie geprägt sind, hinaus ins Allgemeine des Glaubens und der Existenz.

Relativ kurz ist dieses Buch, 133 Seiten. Und doch steckt so viel darin. So viele Gedanken und so viel Nachdenken. Angelinas Wandel von der Widerstandskämpferin zur Nonne ist bemerkenswert und sehr schön, zu lesen. Und immer ist Giulia dabei, die die Geschichte erzählt, die von Angelina fasziniert ist und durch sie auch ihren eigenen Weg findet. Wirklich schön.
6.2.05 16:32
 


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Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

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